Artikel: Unser Schulinfo – oder: Ein Kind ist flügge geworden (2004)

von Georg Merz

Bald vier Jahre Schulinfo, ca. 20 Ausgaben – Anlass genug, einmal auf Entwicklung und Wirkung unserer inzwischen zur festen Institution gewordenen „Hauspost“ zurückzuschauen. Doch gleich vorweg: Wie heißt es nun eigentlich – die Schulinfo oder das Schulinfo? Anfangs stellten wir uns die Frage gar nicht, wir benutzten einfach die weibliche Variante – vielleicht Ausdruck des liebevollen Verhältnisses der damals ausschließlich männlichen Redaktion zu ihrem reizvollen Projekt. Irgendwann einmal kamen Zweifel auf, der Duden wurde befragt. Sein Eintrag lässt an Eindeutigkeit nichts zu wünschen übrig: Info, das; -s, -s (ugs. kurz für Informationsblatt). Also versuchten wir uns umzugewöhnen, nicht immer im Sinne eines ungestörten Kommunikationsflusses („Ich hab' da was für die Schul-... äh, fürs Schulinfo – was stimmt jetzt noch mal?“). Doch oh Wunder: Vergleicht man die letzten Ausgaben, so hat sich ganz heimlich wieder die erste (und nach Duden eigentlich falsche) Variante eingeschlichen. Will uns das etwas sagen? Oder sollte man den Duden einfach umändern, getreu dem Motto: Die Sprache ist nicht für den Duden da, sondern der Duden für die Sprache?

Rückblende: Wie wurde das Projekt Schulinfo eigentlich geboren? Erinnerungen tauchen auf an einen Pädagogischen Tag im Sommer 2001, draußen wunderschönes Wetter, Vogelgezwitscher vor den geöffneten Fenstern. Drinnen tagen Arbeitsgruppen, die die Befindlichkeit und Organisation unseres Schullebens auf den Prüfstand stellen, konkrete Verbesserungsvorschläge erarbeiten sollen. Eine Arbeitsgruppe hat sich zum Ziel gesetzt, Transparenz und Informationsfluss zwischen Kollegium und Schulleitung genauer zu beleuchten, doch bald wird deutlich, dass dabei auch Eltern- und Schülerschaft mit einbezogen werden müssen. Was „läuft“ alles an unserer Schule? Wo hat man Gelegenheit, einen Gesamtüberblick zu bekommen? Wird das Engagement von Kolleginnen und Kollegen, von Schülerinnen und Schülern sowie von Eltern genügend gewürdigt? Wissen wir eigentlich, wie „gut“ wir sind, auch um dem ewigen Jammern über den „Notstand“ unseres Bildungssystems etwas entgegensetzen zu können?

In diesem Zusammenhang wurde die Idee eines in regelmäßigen Abständen erscheinenden Informationsblattes geboren. Die Entscheidung fiel eindeutig für eine Realisierung dieser Idee, auch wenn es kritische Stimmen zum Verhältnis von Arbeitsaufwand und Nutzwert des Vorhabens gab. Und schon galt es, die erste Hürde zu nehmen: Wer war bereit, die Arbeit zu übernehmen? Klar war, dass die Schullleitung beteiligt sein musste, denn es handelte sich um ein Vorhaben mit Öffentlichkeitswirkung. Klar war aber auch, dass die Schulleitung der intensiven Unterstützung aus dem Kollegium bedurfte. „Von wem kam die Idee?“, so wurde gefragt, und die Folgerung war unausweichlich: „Der soll auch mitmachen!“ So fanden sich dann die Kollegen Merz und Henne bereit, das Experiment zu wagen und die ersten Ausgaben in Angriff zu nehmen.
Die Rahmenbedingungen für die redaktionelle Arbeit waren schnell geklärt: Berichtet werden sollte über alle außerunterrichtlichen Veranstaltungen und Ereignisse, die in der Regel klassenübergreifenden Charakter haben. Diese Einschränkung war nötig, um den Umfang des Materials einigermaßen überschaubar zu halten. Weiterhin sollte Raum sein für die Bekanntgabe wichtiger organisatorischer Hinweise, für die Verabschiedung bzw. Vorstellung von Kolleginnen und Kollegen sowie für einen Überblick über wichtige Veranstaltungstermine. Was dann folgte, war ein Prozess ständiger Weiterentwicklung. Die erste Ausgabe bestand aus einem doppelseitig beschriebenen, weißen Blatt ohne jegliches Bildmaterial. Schon die zweite Ausgabe wurde auf vier Seiten erweitert und enthielt erste Bilder, allerdings noch in einer miserablen Qualität. Die folgenden Ausgaben versuchten, das Layout zu optimieren, Übersichtlichkeit herzustellen. Allmählich wurde die Bildqualität besser, das Material immer umfangreicher, die Schrift immer kleiner...

Mit der Ausgabe Oktober '02 begann dann eine neue Ära: Bis dahin war das Schulinfo auf den hauseigenen Kopierern vervielfältigt worden, und diese Geräte arbeiten bei doppelseitigem Kopieren recht gemächlich vor sich hin. Das bedeutete bei einer Auflage von über 1000 Stück einige Stunden im Kopierraum. Durch Vermittlung von Herrn Henne erhielten wir ein günstiges Angebot der Firma Müller in Neuenbürg für den Druck, zudem auf farbigem Papier. Nun musste das fertige Info nur noch an die Druckerei gemailt werden und die Druckexemplare – oft mit Hilfe von Schülerinnen und Schülern in Vertretungsstunden – in Klassenstärke abgezählt sowie in die Fächer der Klassenlehrerinnen und -lehrer verteilt werden. Das bedeutet eine deutliche Entlastung der Redaktion, hat aber auch seine Haken. Die passgenaue Terminierung, damit das Info z.B. noch rechtzeitig vor den Ferien mit nach Hause genommen werden kann, klappt nicht immer ganz reibungslos, der Stressfaktor steigt. Daneben gibt es bisweilen Probleme mit der Kompatibilität der Textverarbeitungsprogramme: Schrifttypen werden plötzlich verändert, Spaltenabstände, Buchstabenabstände oder Trennungen verschieben sich. Doch gedruckt ist gedruckt – daran lässt sich dann nichts mehr ändern. Zu Beginn dieses Schuljahres gab es dann noch eine Veränderung im Redaktionsteam: Frau Czastka hat dankenswerterweise die Betreuung des Sport-Ressorts übernommen.

Insgesamt hat unser Schulinfo damit eine charakteristische Form gefunden. Ideen, das Format auf DIN A3 zu erweitern, somit mehr Platz zu gewinnen und das Layout durch einen zeitungstypischen Mehrspaltensatz aufzulockern, scheiterten schon an der Kostenfrage. Vorläufig arbeiten wir mit Einlagen, wenn der Platz wirklich zu knapp werden sollte. Doch wie steht es mit der einstigen Zielsetzung? Hat das Schulinfo gehalten, was wir uns von ihm versprochen haben? Lohnt sich der Zeitaufwand, der in jeder einzelnen Ausgabe steckt? Hier ist die Redaktion auf vereinzelte Hinweise angeweisen, die ihr immer wieder einmal zukommen. So scheinen es gerade neue Eltern zu schätzen, auf diese Weise einen leichteren und schnelleren Überblick über unsere vergleichsweise große Schule zu bekommen. Ehemalige Kolleginnen und Kollegen haben uns versichert, dass sie auf diese Weise leichter noch etwas am Schulleben teilnehmen können. Auch sonst gibt es öfters lobende Worte, manchmal verbunden mit dem Hinweis, das Info müsste eigentlich noch aktueller sein und häufiger erscheinen.
Dieses Gefühl haben auch wir, wenn sich wieder einmal nach zwei Monaten Schulleben so viel Material angesammelt hat, dass es beim besten Willen nicht mehr auf die vier Seiten passen will, die uns für eine Ausgabe zu Verfügung stehen. Doch darf man dabei den enormen Aufwand der Redaktionsarbeit nicht übersehen: Berichtenswerte Ereignisse müssen zusammengetragen werden, Verantwortliche aus dem Kollegium oder aus der Schülerschaft müssen angesprochen werden (und bisweilen häufig erinnert) werden, Artikel müssen überarbeitet, gekürzt oder selbst geschrieben, Bildmaterial oft umständlich gesucht, gemailt, gescannt oder bearbeitet werden, unsere Fotografen (Herr Hauth und Herr Schlasza) müssen auf fotogene Veranstaltungen angesetzt werden usw. (übrigens gehört es zu den frustrierendsten Erlebnissen, wenn bei der Endredaktion Beiträge, die mit viel Mühe verfasst wurden, wieder hinausgeworfen werden müssen, einfach weil der Platz nicht mehr reicht). All diese Arbeiten laufen natürlich neben der eigentlichen Unterrichtstätigkeit – mit einem Aufgabenfeld, für das in Wirtschaftsbetrieben bei vergleichbarer Menschenzahl eine ganze Abteilung „Öffentlichkeitsarbeit“ im Einsatz ist. Und so entstehen die meisten Beiträge fürs Schulinfo eben irgendwann am späteren Abend zwischen 20 und 24 Uhr, um dann bis zur Endfassung mehrmals – Dank sei dem digitalen Zeitalter – zwischen Schule und heimischem Arbeitsplatz hin und her zu reisen.
Was veranlasst uns, uns diesen Einsatz für jede Ausgabe erneut abzuverlangen? Letztendlich die Hoffnung, damit einen kleinen Beitrag für mehr Transparenz in unserem Schulleben zu leisten und somit auch zu helfen, unnötige Spannungen oder Missverständnisse zu vermeiden. Sollten wir nur ein wenig davon erreicht haben, so haben wir viel erreicht.

Quelle: Jahresbericht 2003–2005 (S. 25–27)