Artikel: Der Schulgarten als Soziale Plastik (1995)

Vortrag zur offiziellen Einweihung des Schulgartens gehalten im Gymnasium Neuenbürg am 6. Mai 1995

von Heinrich Lotz, für Hans Paul Eisenschmid, den Schöpfer des Neuenbürger Schulgartens

Ohne die Rose tun wir's nicht, da können wir gar nicht mehr denken.[01]

[Foto: Schulgarten (1/7)]

Einleitung

[Foto: Schulgarten (2/7)]

A) Vorwort

Verehrte Zuhörerinnen und Zuhörer,
der Vortrag, der Ihre Aufmerksamkeit zu beanspruchen beabsichtigt, trägt den Titel: „Der Schulgarten als Soziale Plastik“. Der Begriff Soziale Plastik stammt von dem international bekannten, Anfang 1986 gestorbenen niederrheinischen Künstler Joseph Beuys. Er hat den damit bezeichneten Sachverhalt im Laufe seiner Entwicklung durch mündliche und schriftliche Äußerungen erläutert und in zahlreichen Kunstaktionen zu realisieren versucht. [02]

B) Erkenntnisinteresse

Mit der Anwendung des Begriffes der Sozialen Plastik auf den von Herrn Eisenschmid geschaffenen Schulgarten des Gymnasiums Neuenbürg verbindet der Vortragende zwei Absichten.
– Zum einen und zunächst soll geklärt werden, was Joseph Beuys unter Sozialer Plastik versteht und welche zentrale Bedeutung diesem Begriff für das Verständnis der modernen Kunst zukommt.
– Zum anderen und sodann soll gezeigt werden, inwiefern der hier und heute einzuweihende Schulgarten ein Kunstwerk im Sinne der Sozialen Plastik ist und welche Bedeutung unser Schulgarten für das Gymnasium und – vielleicht sogar darüber hinaus – für die Stadt Neuenbürg hat und haben kann.
Der Titel des Vortrages ist durchaus ernst und zugleich spielerisch gemeint – wie der Begriff der Sozialen Plastik selber –, und der Redner bittet Sie, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, ihn nicht als eine ihm eigentümliche ästhetische Grille mißzuverstehen.

Exkurs

[Foto: Schulgarten (3/7)]

C) Struktur des Vortrages (Start, Interkontinentalflug in verschiedenen Höhen, Landung)

In Anbetracht der vielen jungen Menschen, im Wissen um die Zumutung, sich an einem schönen Samstagvormittag nach getaner Wochenarbeit in einer halboffenen Pausenhalle einen Vortrag – versetzt mit einem Geschwader von abstrakten Begriffen – über das Verhältnis von Kunst und Schulgarten um den Kopf dröhnen lassen zu sollen, hat sich der Vortragende überlegt, wie dem Publikum dies Exerzitium zu erleichtern ist oder die Qualen gar zu lindern sind.
Stellen Sie sich also bitte die Gliederung des Vortrages wie die verschiedenen Abschnitte einer Flugreise vor: Einchecken auf dem Flughafen, Start, Flug unter und über den Wolken, schließlich Landung und Auschecken.

D) Flugmetaphorik (Einchecken und Platz nehmen im Flugzeug)

Mit dem bisher Gehörten haben Sie bereits das Einchecken auf dem Flughafen und das Platz nehmen im Düsenjet hinter sich. – Das Flugzeug steht schon auf dem Flugfeld in der Nähe der Startbahn. Weil noch etwas Zeit bis zur Freigabe des Startes ist, begrüßt Sie der Flugkapitän an Bord der überschallschnellen Concorde und wünscht Ihnen, verehrte Fluggäste, einen guten Interkontinentalflug in Richtung Soziale Plastik: Schulgarten.
„Machen Sie es sich bequem an Ihrem Platz und nutzen Sie die Dauer des Fluges nach Ihrem Belieben. Nehmen Sie die Kopfhörer oder schauen Sie fern oder in die Ferne, nehmen Sie Ihren Lunch ein oder genehmigen Sie sich einen Drink. Der Bordservice steht Ihnen gerne zu Diensten.“
– Beobachten Sie die Angst vorm Fliegen in der Mimik der anderen Fluggäste, oder widmen Sie sich noch schnell – solange wir uns noch am Boden befinden – der lustvoll-verzagten Phantasie eines Flugzeugabsturzes.
„Der Flug wird zum großen Teil über den Wolken stattfinden – der Sonne entgegen –, und es ist zeitweise mit einer ziemlich geschlossenen Wolkendecke zu rechnen. Die Flugleitung muß sich dann auf die bordeigenen Instrumente verlassen. Gelegentlich sind Durchblicke nach unten möglich – ein Blick auf kunstvoll gestaltete Gelände mit Wegen, an denen Baukräne stehen, auf Schulgebäude, Stadthallen, Golfplätze, Siedlungs- und Waldgebiete, die an Vertrautes erinnern.“ [03]

Hauptteil I

[Foto: Schulgarten (4/7)]

E) Joseph Beuys: Jeder Mensch ist ein Künstler (Start und Aufstieg über die Wolken)

Wir starten: Volle Power, voller Schub auf die Düsen, und – im Nu heben wir ab.
„Der Fehler fängt schon an, wenn einer sich anschickt, Keilrahmen und Leinwand zu kaufen.“ [04]
Diesen irritierenden Satz hat Joseph Beuys den mehr oder weniger Kunstinteressierten und den kommerziell Rührigen im Kulturbetrieb am 1. November 1985 als das negativ formulierte Vermächtnis seines künstlerischen Selbstverständnisses mit Emphase entgegengehalten. Er hat diesen Satz knapp ein Vierteljahr vor seinem Tode als Kunstpostkarte drucken lassen und ihn mit dem Titel „Manifest“ versehen – als eine Art sprachlich geformtes Denkmal.
Also trauen wir uns, denken wir einmal! Wenn ein Mensch in sich eine schöpferische Regung verspürt, wenn er das Gefühl hat, er müsse sich anstatt wie üblich in Worten zur Abwechslung mal in einem Ölbild ausdrücken – d.h. anstatt begrifflich bildlich –, dann sollte er nicht sofort in ein Kunstwarengeschäft rennen, um für gutes Geld Pinsel, Öl- und Wasserfarben, Büttenpapier, Staffelei, Leinwand oder gar Keilrahmen zu kaufen. Damit, so Beuys, „(fängt) der Fehler... schon an“, im Verständnis dessen, was notwendig ist, um sich künstlerisch auszudrücken. Dann hat dieser sich in Ausdrucksnot befindliche Mensch schon verfehlt, was schöpferisches Gestalten ist.
Dadurch, daß Beuys uns mit dem zitierten Satz sagt, wie sich künstlerischer Ausdruckswillen selber be- oder sogar verhindert, ermöglicht er uns logisch zu folgern, was demgegenüber Kunst bzw. wer alles Künstler sein kann.
Kunst, bildende Kunst muß nicht so aussehen, wie wir ihrer in zahlreichen Museen vor Marcel Duchamp und Beuys ansichtig werden konnten und können.
Im Frühwerk von Joseph Beuys, der seit seiner Einberufung zur Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg 1940 und von da an zeit seines Lebens mit dem Zoologen und Biologen Heinz Sielmann befreundet gewesen war (den die meisten von uns als Naturfilmer aus seiner Fernsehserie „Expeditionen ins Tierreich“ [05] kennen), finden sich Hinweise darauf, was er als künstlerisches Tun verstanden hat.
Beuys heftet zu jener Zeit vielfach Strauch- und Baumblätter, die ihn irgendwie faszinierten, auf allerorten rare, schon öfter benutzte und von ihm wieder glattgestrichene Papierfetzen und gibt dem so geschaffenen Blatt-auf-(Papier-)Blatt-Kunstwerk schließlich einen Namen. Der dickleibige Katalog zur großartigen Kunstausstellung „Ernste Spiele“ über das Romantische in der modernen Kunst, die morgen (7. Mai 1995) in München im Haus der Kunst zu Ende geht, beginnt mit einem solchen Blattkunstwerk von Beuys aus dem Jahre 1945, das den Titel „Syringa“ [06] trägt.
Auf die beschriebene Weise realisierte sich vor ziemlich genau 50 Jahren am Ende des Zweiten Weltkrieges, kurz vor Beginn der Gefangenschaft der künstlerische Ausdruckswille des damals namenlosen, im Kriege mehrfach schwer verwundeten Sturzkampffliegers Joseph Beuys.
Dem damals 24-jährigen Beuys war jedes Material (Pflanzenblätter, gebrauchtes Pergamentpapier), jede Technik (Kleben) recht, um etwas auszudrücken, gestalten zu können. Das Kunst-Werk besteht in diesem Falle zunächst nur darin, daß Naturschönes (Fliederblatt) und Kunstschönes (durch bestimmte technische Verfahren hergestelltes Papier) in unterschiedlicher Farbigkeit im Spektrum des Grünen komponiert worden sind.
Die meisten seiner exzellenten Zeichnungen hat Beuys, die dem Vergleich mit den Blüten- und Pflanzenzeichnungen Philipp Otto Runges standhalten – wie die oben erwähnte Münchner Romantikausstellung – die beiden vergleichend – in mehreren Räumen dokumentiert –, durchgehend – auch als berühmter Künstler – auf gefundenen Papierstücken hinterlassen.
Es mag nun in etwa einsichtig geworden sein, wie der anfangs zitierte Satz – gleichsam in Umkehrung – zu verstehen ist. Für Beuys ist jeder Mensch auch immer zugleich ein Künstler, und jeder ist jederzeit und überall fähig – wenn ihm danach ist –, etwas zu schöpfen.
Mensch sein und Kunstwerke hervorbringen ist auch menschheitsgeschichtlich gleich ursprünglich. Die bedeutenden Arbeiten des Franzosen Georges Bataille (1897-1962) über die „Höhlenbilder von Lascaux“ und „die Geburt der Kunst“ [07] haben das ein- für allemal nachgewiesen.
Wichtig in diesem Zusammenhang ist noch festzustellen, daß man sich nicht in den fünf klassischen Künsten tummeln muß. Man muß nicht in Architektur, Plastik, Malerei, Musik und Dichtung dilettieren, um sich der Beuysschen Definition gemäß als Künstler zu fühlen. – Man muß keine Grundrisse zeichnen und statische Berechnungen anstellen können, man muß keinen Granit mit Hammer und Meißel bearbeiten, man muß in keine Trompete blasen, man muß nicht aquarellieren oder Wörter zusammenreimen – aber man kann und soll, wenn einem danach ist.
Im Sinne dieses Verständnisses des Künstlers ist es ebenso künstlerisch, als Mutter oder Vater alle seine schöpferische Energie in die eigene Familie zu stecken. Beuys hätte dem französischen Dichter und Nobelpreisträger Romain Rolland (1866-1944), einem Wortkünstler, sicherlich zugestimmt, der die „Familie als das größte Kunstwerk“ [08] bezeichnet hat.
Schöpfertum hat demnach zu tun mit der Ernsthaftigkeit, der Wahrhaftigkeit und dem existentiellen Bedürfnis, mit dem jemand etwas vollbringt – unabhängig davon, ob es einen irgendwie gearteten Nutzen ergibt, ob andere das Geschaffene wahrnehmen und anerkennen. Dabei ist es für die Beurteilung des Geschaffenen zweitrangig – in unserem Beispiel die Familie –, ob das Werk gelingt oder scheitert. Was zählt ist allein – einem Grundimpuls folgend – zu versuchen, etwas in selbstgewählter Form zu realisieren.

F) Distinktion im Begriff des Künstlers (Flug ohne Sicht durch dicke Wolken)

Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer,
es mag Ihnen beim Vernehmen des soeben Vorgetragenen der Gedanke gekommen sein, daß wir faktisch anders, als Beuys definiert, einen Unterschied zwischen Menschen machen, die einem bürgerlichen Beruf nachgehen, und Künstlern. Und – wir sollten diese Differenz – anders als Beuys in seinem Großmut – auch nicht nonchalant übersehen – den Künstlern zuliebe.
Mir scheint – und jetzt fliegen wir ohne Sicht durch dicke Wolken –, es gibt viele Aspekte, die die Kreativität des Künstlers besonders kennzeichnen, viele Motive dafür, bildhauernd, komponierend, dichtend oder malend zu leben. Es mag lebensgeschichtliche Ereignisse geben wie bei Vincent van Gogh [09] oder bei der literarischen Figur „Tonio Kröger“ [10] von Thomas Mann, die eine solche Selbstwahl auslösen.
Es kann auch sein und mit dem ersten zusammenhängen, daß Kunstwerke schaffen eine Art Selbstreflexion im Medium des Materials und in der Formung des Materials ist.
Als Kunstliebhaber ist mir aber ein Aspekt besonders wichtig: nämlich daß die Werke der Künstler wahrgenommen werden wollen, indem sie – vom Künstler befördert – das Licht der Öffentlichkeit suchen; daß der Künstler sein Produkt einem Publikum oder seit dem Ende des 18. Jahrhunderts eher einer Gemeinde von Laien und Experten, den Rezipienten, aussetzt, um Reaktionen – welche auch immer – zu erzielen.
Wie Bertolt Brecht seine Theaterstücke und Gedichte verstehen viele Künstler der Moderne ihre Arbeiten als spezifischen Kommunikationsanstoß für die Gesellschaft. Brecht hat sich als Epitaph folgende Sätze gewünscht:
„Er (der Künstler) hat Vorschläge gemacht. Wir (die Rezipienten) Haben sie angenommen. Durch eine solche Inschrift wären Wir alle geehrt.“ [11]
Man kann die kommunikative Bedeutung des Künstlers für die Gesellschaft auch mit dem Kinderbuch des Amsterdamer Autors Leo Lionni von „Frederick“ [12], der Feldmaus, illustrieren, das vielen von Ihnen bekannt sein dürfte.
– Während die anderen Feldmäuse emsig Vorräte für den Winter anlegen, sitzt Frederick scheinbar untätig herum und sammelt Sonnenstrahlen, Farben und Wörter. Als im Winterquartier der Feldmäuse alle Nahrungsvorräte aufgebraucht sind und alle hungern, will eine Maus wissen, was aus Fredericks „Vorräten“ geworden ist.
Da ist Fredericks Stunde gekommen, und er legt los. Mit seinen Geschichten vertreibt er den anderen Mäusen die Hungergefühle und hilft Ihnen mit seiner Fabulierkunst, die Zeit bis zum Frühling zu überbrücken.
Oder noch anders gesagt – wie es Novalis in den „Poetizismen“ formuliert: „Der Künstler steht auf dem Menschen, wie die Statue auf dem Piedestal“. [13]

G) Definition der Sozialen Plastik (Flug über den Wolken in den hellen Sonnenschein)

Verehrte Zuhörerinnen und Zuhörer,
wir gehen jetzt noch einmal für eine kurze Strecke über die Wolken in den hellen Sonnenschein. Was heißt Soziale Plastik und in welchem Zusammenhang steht damit das Konzept, daß jeder Mensch ein Künstler ist? Joseph Beuys hat nach der Kriegsgefangenschaft Bildhauerei an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Ewald Mataré studiert. Ganz traditionell lernt er dort, Skulpturen aus Holz, Stein und Bronze herzustellen: Skulpturen, wie wir sie alle kennen und schätzen, wie diejenigen von Henry Moore z.B., die auf einem Sockel stehen können und auf Plätzen und in Museen wie zufällig herumstehen – oder im Garten des Bundeskanzleramtes. Beuys' Vorstellung von Plastik entwickelt sich ganz anders. Die wichtigsten Materialien werden ihm, wie sie alle wissen und allenthalben klischeehaft kolportiert wird, Fett und Filz und alles, was er so – unserer ökonomischen, sozialen und historischen Situation entsprechend – vorfindet, auch sich selbst, Pflanzen, Tiere und andere Menschen. Er nimmt alltägliche Dinge und löst sie aus den üblichen Bezügen. Alte Stühle und Zinkbadewannen werden aus ihrem angestammten Kontext und Verständnis gerissen und z.B. mit Fett und anderen Materialien zu neuen Objekten mit eigener Aussage umgeformt und den ihnen innewohnenden Prozessen überlassen. Beuys' Objekte können ganz allgemein als Spuren vitaler und symbolischer Sachverhalte (Symbolisch ist hier im Sinne Goethes zu verstehen, wie er es in Auseinandersetzung mit „Philostrats Gemälden“ definiert hat [14]: „ Es ist die Sache, ohne die Sache zu sein, und doch die Sache“.) oder als Relikte geistiger Prozesse und Aktionen gesehen werden. Ihre Formgebung wird sowohl von dem Ritual bestimmt, in dem sie eine Funktion ausüben als auch von der organischen Struktur der Pflanzen und Tiere, die natürlich ihre eigenen Formen erzeugen. Die „Objekte enthalten als rituelle Gegenstände verschiedene Zeitschichten, beziehen sich auf archäologische Denkmuster und Werke, auf Elemente der persönlichen wie kollektiven Geschichte sowie auf die Unmittelbarkeit des Ereignisses selbst. Dem Betrachter vermitteln sie deshalb eine komplexe und ambivalente Erfahrung, die zugleich symbolisch und real, visionär und existentiell, poetisch und ganz prosaisch-physisch ist; darin fließen schwebende Muster von Zeit, Raum und Sinn in einer unmittelbaren Gegenwart zusammen.“ [15]
Beuys sagt selbst:
„Meine Objekte müssen als Anregungen zur Umsetzung der Idee des Plastischen verstanden werden. Sie wollen Gedanken darüber provozieren, was Plastik sein kann und wie das Konzept der Plastik auf die unsichtbaren Substanzen ausgedehnt und von jedem verwendet werden kann: Gedankenformen: Wie wir unsere Gedanken bilden.
Sprachformen: Wie wir unsere Gedanken in Worte umgestalten.
Soziale Plastik: Wie wir die Welt, in der wir leben, formen und gestalten: Plastik ist ein evolutionärer Prozeß, jeder Mensch ein Künstler.
Deswegen ist, was ich plastisch gestalte, nicht festgelegt und vollendet. Die Prozesse setzen sich fort: chemische Reaktionen, Gärungsprozesse, Farbverwandlungen, Fäulnis, Austrocknung. Alles wandelt sich.“ [16]

Hauptteil II

[Foto: Schulgarten (5/7)]

H) Hans Paul Eisenschmid: Der Schulgarten als Kunstwerk (Beginn des Sinkfluges bei wolkenfreiem Himmel)

Wir gehen jetzt in den Sinkflug, verehrte Fluggäste, drosseln das Tempo und verringern die Höhe. Der Wetterdienst meldet wolkenfreien Himmel und klare Sicht auf den Nordschwarzwald bis zur Landung.
Der von Hans Eisenschmid mit konzeptioneller Phantasie, akribischer Planung, anscheinend unermüdlicher Schaffenskraft, bewundernswerten botanischen Kenntnissen sowie schul- und gemeindepolitischem Augenmaß realisierte Schulgarten, so wie wir ihn heute offiziell einweihen, ist eine Soziale Plastik, also ein Kunstwerk im eben definierten Sinne. Diese Behauptung will ich Ihnen im folgenden an den verschiedenen geistigen und anschaulich wahrnehmbaren Dimensionen der Sozialen Plastik Schulgarten zu erläutern versuchen.

I) Schulgartenbeispiel für die „Gedanken-Form“: meta-physischer Körperteil 1 der Sozialen Plastik (Drosselung des Tempos)

Zur „Gedanken-Form“, was ja heißt, „wie wir unsere Gedanken bilden“, der historisch ersten Dimension, dem historisch ersten Körperteil des Schulgartens gehört die Idee von Herrn Wunderlich bei den Projekttagen 1989 zusammen mit Herrn Eisenschmid über eine Veränderung des desolaten Wald- und Wiesengeländes hinter dem Schulgebäude des Neuenbürger Gymnasiums nachzudenken und die Umgestaltungsfähigkeit als Schulgarten zu erwägen.
Sie finden diesen historischen Ausgangspunkt des Schulgartens im Schulgarten-Einweihungsprogramm unter dem Gingko-Blatt auf der Vorderseite des Programmblattes in der Rubrik „Chronik“ verzeichnet. Indem dieses Faktum nun angesprochen wird, wird Ihnen im Sinne der Beuysschen Definition der Sozialen Plastik eine immer weiter fortbestehende, spirituelle Seite der Plastik vergegenwärtigt. Sie würde nach Beuys auch dann fortbestehen, wenn dieses Faktum einmal in Vergessenheit geraten würde.

J) Schulgartenbeispiel für die „Sprach-Form“: meta-physischer Körperteil 2 der Sozialen Plastik (Verringerung der Flughöhe)

Alle Amtsinhaber – wie z.B. der Neuenbürger Bürgermeister Schaubel – und kommunalen Würdenträger – wie etwa die Gemeinderäte dieses Ortes –, denen Herr Eisenschmid vorhin in seiner kleinen Ansprache gedankt hat, weil sie sich in Gesprächen mit der Idee eines Schulgartens anfreunden, in demokratischen Verfahren politische Mehrheiten dafür finden und schließlich administrative Unterstützung zusagen konnten, repräsentieren oder – besser – sind ein zweiter, meta-physischer Körperteil der Plastik Schulgarten: Die „Sprachformen“ oder „wie wir unsere Gedanken in Worte umgestalten“.
Wiederum und durchaus ernst: Auch dieses Abarbeiten politisch-rechtlicher Bedingungen im kommunikativen Prozeß zwischen Herrn Eisenschmid und den verantwortlichen Politikern in den Gemeindegremien bleibt fortan metaphysischer (übermaterieller, übersinnlicher), also nicht anschaulich, sondern geistig wahrnehmbarer (wie z.B. die historische Erinnerung des Endes des Zweiten Weltkrieges vor 50 Jahren oder die Begriffe Gerechtigkeit und Freiheit) Körperteil der Prozeßskulptur Schulgarten.
Und alle, die durch verbale Kommunikations-Anstrengungen an dem rechtskräftigen Beschluß über die Realisierung des Schulgartens mitgewirkt haben, sind ebenfalls Bildhauer, Prozeßkünstler an diesem zweiten, geistigen Körperteil der Gesamtplastik Schulgarten. Es spielt dabei keine Rolle, ob diejenigen dies wissen oder nicht.
Verehrte Zuhörerinnen und Zuhörer,
Sie werden nach diesen Beispielen schon gemerkt haben, daß moderne Plastik und Skulptur nicht mehr nur in Museen oder auf dafür geeigneten repräsentativen Plätzen zu suchen und anzutreffen sind. Moderne Plastik muß auch nichts von einer 3-dimensionalen, räumlich begrenzten Statue haben – im Gegenteil!
Viele wegweisende Gegenwartskünstler, denken Sie an Christo Javacheffs für Ende Juni 1995 bevorstehende 10-tägige Verpackung des ehemaligen Reichstages in Berlin, verflüssigen die Räumlichkeit ihrer Plastiken zu einem unwiederholbaren, zeitlich eingeschränkten Dasein, so daß sie nach ihrer kurzen, real sichtbaren Existenz nur noch als gemalte, photographische oder filmische Artefakte rezipiert werden können. Statuarische Objekte werden transformiert in transitorische Prozesse [17], wie das chronologisch ablaufende Lesen eines Buches oder das Hören eines Tonkunstwerkes.

K) Schulgarten als Leib der Sozialen Plastik: physischer Teil derselben (Blick auf den Nordschwarzwald)

Der sichtbare, tastbare, riech- und auch hörbare – also sinnlich wahrnehmbare – konkrete Leib der Sozialen Plastik Schulgarten ist das Gelände hinter dem Gymnasialgebäude, das von Wall-Hecke und Holzzaun begrenzt wird. Dort wird, wie Beuys den dritten Teil einer Sozialen Plastik definiert hat, „die Welt, in der wir leben“, von Hans Eisenschmid geformt und gestaltet. Dort ist Plastik ein sich vielgestaltig vollziehender evolutionärer Prozeß, wovon sich jedermann nach diesem Vortrag augenscheinlich überzeugen kann.
Bei der Formung des Schulgartenleibes konnten viele Menschen, junge und ältere, unter der sowohl detaillierten als auch strategischen Leitung von Herrn Eisenschmid, der zugleich spiritus rector und wesentlicher Bestandteil der Sozialen Plastik Schulgarten ist, kreativ sein. Die Mitarbeiter des kommunalen Bauhofes haben das Gelände gerodet und mit schwerem Gerät nach konzeptionellen Vorgaben von Herrn Eisenschmid modelliert.
Lehrerkollegen konnten an unterrichtsfreien Samstagvormittagen bei Umzäunungsaktionen erfreut wahrnehmen, daß Ihnen nicht nur Hirn-, sondern auch Muskelmasse zum Lebensvollzug zur Verfügung steht oder bei den aufwendigen Pflanzaktionen gärtnerisches Geschick entwickeln, um die von Herrn Eisenschmid botanisch raffiniert ausgewählten Sträucher und Bäume wurzelgerecht in die Erde zu bringen. Die Schüler der Schulgarten-AG haben über einen längeren Zeitraum hinweg unter Anleitung des Lehrers Eisenschmid sich an der Ausgestaltung des Bienenstandes beteiligt und an der Kräuterpyramide mit- gebaut. Die evolutionären Lebensprozesse, das Wechselspiel zwischen Pflanzen und Tieren war und ist immer wieder neu für nachwachsende Schülergenerationen insbesondere auch am Teich zu bestaunen.
Andere Lebensformen bildeten sich am Schuttplatz-Biotop und auf dem Magerrasenhügel. Ein Mauerbiotop ist im Entstehen. In den Sommermonaten kann man sich an der Blumenwiese delektieren, die ein kleineres, rotfarbenes Betonobjekt zentriert, das der Schöpfer des Schulgartens gesprächsweise „Erdkraftwerk“ genannt hat. Vieles im Schulgarten vollzieht sich in jahreszeitlichen Zyklen nach dem organologischen Schema von Blüte, Reife und Verfall. Der Bioabfall des Gymnasiums wird als kompostierter Dung, als Grundlage für die Entwicklung neuer Lebensformen verwendet. Auch hier findet sich evolutionärer Prozeß, permanente Metamorphose, wie Beuys sie für die Soziale Plastik fordert: „Farbveränderungen, Gärungen, Fäulnis, chemische Reaktionen“.
Verehrte Zuhörerinnen und Zuhörer,
in der Anfangszeit der Entstehung des Schulgartens hat der Vortragende gar nicht verstanden, in welche kreativen Prozesse der „land-art“-Künstler Eisenschmid Steine, Pflanzen, Bäume, Blumen, Tiere und viele Menschen im Rahmen dieser Großplastik kommunikativ verwickelt hat. Irgendwann beim dösenden Gärtnern ist ihm ein Licht aufgegangen. Seither fallen ihm zu den sichtbaren Körperteilen des Schulgartenkunstwerkes immer wieder Aktionen von Joseph Beuys ein: Beflanzungsaktion mit Sträuchern und Bäumen auf dem Neuenbürger Buchberg – oder „7000 Eichen für Kassel“ [18] seit der „documenta 7“ 1982; der soziale Wohnungsbau für Solitärbienen [19] im Neuenbürger Schulgarten – oder die „Honigpumpe am Arbeitsplatz“ bei der „documenta 6“ [20] usw.
Joseph Beuys liebte die Arbeit auf dem Feld seines großen Grundstückes in der Nähe der niederländischen Stadt Weert. Dies war der Ort, an dem er sich – von vielen körperlichen Leiden (Kriegsverletzungen und deren Folgeschäden, Herzinfarkt) gezeichnet – seit 1975 regenerieren konnte. „Für Beuys war ... (dieser Ort) tatsächlich eine Insel, wo er ungestört in der Natur, mit der Natur arbeiten konnte. Er züchtete verschiedene Salatsorten und pflanzte noch ein Jahr vor seinem Tode Gingkobäume und etliche exotische Gewächse an. Er wollte dort einen botanischen Garten anlegen.“ [21]

Schluß

[Foto: Schulgarten (6/7)]

L) Die Einweihungsfeier als neues Moment der Sozialen Plastik Schulgarten (Beginn des Landeanfluges)

Sehr verehrte Fluggäste, wir beginnen jetzt mit der Landung, das Fahrgestell ist ausgefahren, bitte schnallen Sie sich an, wir erreichen in wenigen Augenblicken unser Ziel!
Das Kunstwerk Schulgarten ist, das hoffe ich mit dem bisher Gesagten ein wenig verständlich gemacht zu haben, mit der heutigen offiziellen Einweihung nicht fertig und abgeschlossen, und viele kreative Menschen werden es wissend oder unwissend durch ihre so oder anders gearteten Beiträge und Handlungen vervollkommnen.
Vielmehr ist die Einweihungsfeier mit Photodokumentation, Programmheft, Musik, Vortrag, Essen und Trinken, Führung durch den Schulgarten und Erläuterung der vielschichtigen Prozeßskulptur durch den Künstler, mit allen teilnehmenden Menschen selber ein neues kommunikatives Moment der Sozialen Plastik Schulgarten, ein neuer sowohl materieller als auch spiritueller Körperteil.
Auch die Läsion, die der Schulgarten durch die Arbeiten am Erweiterungsbau des Gymnasiums erfahren hat, ist ein solches Moment, genauso wie die mögliche Heilung des Schadens in der Zukunft. Ebenso ist die in einem genauen Entwurf vorliegende, ästhetisch reizvolle Schulgartenhütte des Architekten Eisenschmid schon Teil der Prozeßplastik Schulgarten – nur in einem anderen Realitätsgrad als die wegen verschiedener Gründe noch nicht allen sichtbar baulich ausgeführte Hütte.
Ein neuzeitlich-philosophisch erprobtes Denkmodell für das soeben am Schulgarten als Sozialer Plastik durch konkrete Beispiele Veranschaulichte ist Gottfried Wilhelm Leibniz' „Monade“ [22], die man, verkürzend gesagt, als Vielheit in der sich permanent wandelnden und sich dabei gleichbleibenden Einheit charakterisieren könnte.

M) Der Schulgarten des Gymnasiums Neuenbürg als Sehenswürdigkeit – Vergleich mit dem Regierungssitz Bonn (Ausfahren des Fahrgestells)

Im Ensemble von nützlichen Geländen und Anlagen wie Schulhaus, Minigolfplatz, Stadthalle, Parkplatz und Schulsportgelände erfüllt das Kunstwerk Schulgarten eine wichtige ästhetische Funktion. Nämlich: Einübung der sinnlichen Wahrnehmung (griech. aisthäsis) des Unverborgenen (griech. alätheia, zumeist mit Wahrheit übersetzt). [23]
Wer sich den Angeboten des Schulgartens öffnen kann, findet beeindruckende Preziosen von Naturschönem und Kunstschönem in mannigfaltiger Kombination. Es wäre einer Überlegung wert, den Schulgarten des Gymnasiums Neuenbürg in die Liste der Neuenbürger Sehenswürdigkeiten wie Schloß, Georgskapelle oder Bergwerk aufzunehmen.
Damit wäre Neuenbürg dem Regierungssitz Bonn um Längen voraus, wo am 2. Mai 1995 ein Symposion unter dem Titel „Hecken für Bonn – Hecken als Hohlweg, Höhle und Halle“ abgehalten worden ist, mit dem eine Allianz aus Naturschützern, Landschaftsplanern, Architekten und Künstlern der ehemaligen Bundeshauptstadt den Weg zur ökologischen Modellstadt weisen will. [24]

N) Ausklang mit Muße in Stille (Touch-down und Ausrollen auf dem Flugfeld)

Das Wort Schule stammt vom griechischen Wort scholä [25] ab. Die ursprüngliche Bedeutung von scholä ist Muße. Das weiß der gelernte Gräzist Eisenschmid. Wir alle wissen, daß dem uns vertrauten Schulwesen – wie allen Institutionen der akzelerierten Gegenwart – eine gewisse Betriebsamkeit und Hektik eignet. Mir scheint, alle Schüler, Lehrer, Eltern und Neuenbürger können sich glücklich preisen und stolz darauf sein, daß uns neben dem modernen Gymnasialgebäude – dank der Schöpferkraft von Herrn Eisenschmid – ein Muße-Raum, oder eine Muße-Halle oder – wenn Sie gestatten – eine Muße-Schule im alten Sinne förmlich zugewachsen ist – auch eine Art Erweiterungsbau für das Gymnasium Neuenbürg und alle Bildungswilligen.
Bevor Sie das Flugzeug verlassen, bitte ich Sie, liebe Fluggäste, verehrte Zuhörerinnen und Zuhörer, noch einmal innezuhalten.
Ein Schüler der Klasse 5d des Gymnasiums Neuenbürg, Sebastian Hoferer, hat in einem Haus-Aufsatz, ohne den theoretischen Aufwand, den der Vortragende Ihnen glaubte zumuten zu müssen, intuitiv den Muße-Raum Schulgarten erfaßt. Wörtliches Zitat, für das sich der Zitierende verbürgt: „ Er (der Schulgarten) ist voll von heimlichen Naturgewalten. Man muß sie nur entdecken. Man fühlt sich darin richtig geborgen. Wenn es dort richtig still ist, kann man dort, was man sonst fast nirgends kann, die Stille hören. Die Stille ist noch schöner als der ganze Schulgarten. Sie klingt wunderbar.“ [26]
Vielen Dank für Ihre Geduld!

[Foto: Schulgarten (7/7)]

Literaturnachweis und Anmerkungen

  1. Für Joseph Beuys. Ohne die Rose tun wir's nicht. Hrsg. von Klaus Staeck. Heidelberg: Edition Staeck, 1986.
  2. Als erster Lektüreeinstieg zu Größe und Ernst des Werkes von Joseph Beuys ist zu empfehlen: Spies, Werner: Das Schweigen von Joseph Beuys. Anmerkungen anläßlich einer amerikanischen Wanderausstellung. F.A.Z., Sa., d. 18. Sept.1993 (Nr. 217), Tiefdruckbeilage. Und das ganze Werk erhellend: Zweite, Armin (Hrsg.): Joseph Beuys. Natur, Materie, Form. München, Paris, London: Schirmer & Mosel, 1991.
  3. Vgl. Luhmann, Niklas: Soziale Systeme. Grundriß einer allgemeinen Theorie. 2. Aufl. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1985. S.13.
  4. Joseph Beuys: Manifest vom 1. 11. 1985. Als Kunstpostkarte überall im Fachhandel erhältlich (weiße Schrift auf schwarzem Hintergrund).
  5. Stachelhaus, Heiner: Joseph Beuys. 3. Aufl. Düsseldorf: Econ, 1991. S. 21 ff.
  6. Ernste Spiele. Der Geist der Romantik in der deutschen Kunst 1790 – 1990. Hrsg. v. Christoph Vitali. Katalog zur Kunstausstellung im Haus der Kunst, München, 4. 2. – 7. 5. 1995. Stuttgart: Oktagon, 1994. S. 2.
  7. Bataille, Georges: (Die Höhlenbilder von) Lascaux oder die Geburt der Kunst. Stuttgart: Klett-Cotta, 1983. S. 11f.
  8. Rolland, Romain: Colas Breugnon. Roman. Paris: Michel, 1956. Vgl. darin die Kapitel „Belette“: S. 87 ff. und „Le roi boit“: S. 231 ff.
  9. Vincent van Gogh gehört besonders in diesen Zusammenhang. Was hat er nicht alles versucht?! Erst war er Prediger, dann eine Art Ehemann und Vater, dann Bergmann. Wo hat er sich nicht überall herum getrieben: Den Haag, London, Amsterdam, Paris, Arles usw. Vielerorts und nicht selten in seinem Leben ist er gescheitert. Das Malen hat van Gogh wohl für lange Zeit am Leben erhalten, wenn auch nicht ernährt. Aber es war seine Art, sich auszudrücken, sich anderen mitzuteilen. Malen war für ihn ein Lebensmittel, ein Überlebensmittel. – Nicht lange nach seinem Tod ist er von den Malerkollegen verstanden worden. Heute, gut ein Jahrhundert später, gibt es kaum einen Rezipienten, der sich durch seine Bilder nicht unmittelbar angesprochen fühlte. Vgl. „Als Mensch unter Menschen“. Vincent van Gogh in seinen Briefen an den Bruder Theo. Hrsg. v. Fritz Erpel. München, Wien: Langen, Müller, 1980. 2. Bde.
  10. Mann, Thomas: Tonio Kröger. Frankfurt a. M.: Fischer, 1979.
  11. Brecht, Bertolt: Gesammelte Werke. 20 Bde. Werkausgabe hrsg. in Zusammenarbeit mit Elisabeth Hauptmann. Frankfurt am Main.: Suhrkamp, 1975. Bd. 10, S. 1029.
  12. Lionni, Leo: Frederick. Köln: Middelhauve, 1968.
  13. Zweite, Armin (Hrsg.): Beuys zu Ehren. Ausstellung in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus. München 1986. Darin und zit. n. Reiner Speck: Beuys sammeln. S. 44.
  14. Goethe, J. W. v.: Berliner Ausgabe. Hrsg. v. Siegfried Seidel. Berlin, Weimar: Aufbau, 1974. Bd. 20, S. 248.
  15. Rowell, Margit (Hrsg.): Skulptur im 20. Jahrhundert. München: Prestel, 1986. S. 205.
  16. Harlan, Volker: Was ist Kunst? Werkstattgespräch mit Beuys. Stuttgart: Urachhaus, 1986. S. 13.
  17. Gadamer, Hans-Georg: Die Aktualität des Schönen. Kunst als Spiel, Symbol und Fest. Stuttgart: Reclam, 1977. S. 22.
  18. Vischer, Theodora: Transform. Bild, Objekt, Skulptur im 20. Jhdt. Ausstellung im Kunstmuseum und in der Kunsthalle Basel (14. 6. – 27. 9. 1992). Zürich: Pro Litteris, 1992. S. 149 f.
  19. Zur Bedeutung der „Biene“ und des „Honigs“ bei Beuys vgl. u. a. Harlan, Volker/Rappmann, Rainer/Schata, Peter: Soziale Plastik. Materialien zu Joseph Beuys. 3., erw. u. erg. Aufl. Achberg: Achberger Verlag, 1984.
  20. Vgl. u. a.: Joseph Beuys. Kunsthaus Zürich 26. 11. 1993 – 20. 2. 1994. Katalog zur Ausstellung. Hrsg. v. Harald Szeemann. Zürich: Pro Litteris, 1993. Darin: Beuysnobiscum. Artikel von Veit Loers. S. 269.
  21. Stachelhaus, Heiner, a. a. O. (= Anmerkung 5), S. 219 f.
  22. Leibniz, Gottfried Wilhelm: Monadologie. Hamburg: Meiner, 1969. S. 26 – 72 (= Philosophische Bibliothek, Bd. 253). Die Applikation des Begriffes der Monade auf Beuys' Theorie der Plastik erleichtert deren Verständnis; noch eher und präziser als der Begriff der Entelechie von Aristoteles.
  23. Heidegger, Martin: Vorträge und Aufsätze. Pfullingen: Neske, 1954. S. 259.
  24. F.A.Z., Fr., d. 28. 4. 1995, S. 44.
  25. 1. Muße, freie Zeit, Rast, Ruhe; ruhige Zeit, Friede. 2. Erzeugnisse der Muße: a) Vorträge, (philosophische oder gelehrte) Gespräche; Studium. b) Schule. Langenscheidts Taschenwörterbuch. 1. Teil: Griechisch-Deutsch. 31. Aufl. Berlin, München, Zürich: Langenscheidt, 1967. S. 432.
  26. Hoferer, Sebastian: Mein Lieblingsort in der Schule. Haus-Aufsatz in der Klasse 5d des Gymnasiums Neuenbürg. Abgedruckt im Programm „Schulgarten-Einweihung“ des Gymnasiums Neuenbürg vom 6. Mai 1995 und im Anschluß an diesen Literaturhinweis als Anhang des Vortrages.